Rückenschmerzen: Ursachen und Behandlung

Übergewicht, falsche Belastungen und Stress gehören zu den Risikofaktoren für Rückenschmerzen. Bewegung beugt vor. Viele Patienten leiden in den besten Jahren, zwischen 30 und 50, unter Rückenschmerzen. In der Regel besteht kein Grund zur Sorge. Meist klingen die Schmerzen schon nach wenigen Tagen oder Wochen ab. Voraussetzung ist allerdings eine rasche und richtige Behandlung. Zu viel Schonung schadet, weil eine längere Bettruhe wichtige Muskeln schwächt, die der Wirbelsäule Halt geben. Der wichtigste Rat bei Rückenschmerzen lautet also: Bewegen Sie sich vorsichtig, aber bewegen Sie sich weiter. 

Die Ursachen

Die Mediziner kennen bestimmte Risikofaktoren:

  • Übergewicht
  • ein bewegungsarmer Lebensstil
  • berufliche Tätigkeit: Stundenlanges Sitzen oder körperliche Arbeit wie schweres Heben und Tragen belasten den Rücken.
  • Stress
  • Fehlhaltungen
  • seelische Belastungen

Eine kräftige Muskulatur ist für den Rücken besonders wichtig. Sie sorgt für Stabilität. Auf festen Halt ist vor allem die Wirbelsäule bei Menschen ab 40 Jahren angewiesen: Es ist ganz normal, dass die Bandscheiben mit zunehmendem Alter an Spannung verlieren. Dadurch wird die Wirbelsäule etwas instabil. Sind die Muskeln dann zu schwach, kann es zu krampfhaften Verspannungen kommen. Ursache für einen Hexenschuss ist zum Beispiel in der Regel eine akute Muskelverkrampfung.

Häufige Beschwerden

  • Bandscheibenvorfall: Durch falsches Heben und Tragen oder durch ständige einseitige Belastung kann es passieren, dass der Faserknorpelring einer Bandscheibe reißt. Der weiche Gallertkern wird herausgedrückt und tritt vor. Er drückt auf die Nerven, was zu starken Schmerzen und sogar zu Lähmungserscheinungen führen kann. Suchen Sie bei Lähmungserscheinungen sofort einen Arzt auf!

  • Hexenschuss: Beim Heben, Bücken oder Drehen treten plötzlich stechende Schmerzen im Rücken auf.

  • Ischias-Beschwerden: Sie entstehen durch eine Nervenreizung am Rückenmarkskanal. Charakteristisch ist das einseitige Ausstrahlen der Schmerzen ins Gesäß und in den Oberschenkel, oft sogar in die Wade und bis hinunter zum Knöchel.

Erste Hilfe, wenn der Rücken schmerzt

Akute und verspannungsbedingte Rückenschmerzen können oft durch Hausmittel behandelt werden: Ein heißes Bad, eine Wärmflasche, Wärmelampe oder ein Getreidekissen können helfen. Verschaffen Sie sich auch Bewegung. Falls die Verspannungen nach ein bis zwei Tagen nicht nachlassen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Mit Ausgleichsübungen, die die Rücken- und Bauchmuskulatur gezielt stärken, können Sie Rückenschmerzen vorbeugen. Am besten eignet sich dazu eine spezielle Wirbelsäulengymnastik, die um regelmäßigen Ausdauersport ergänzt werden kann. Sportliche Aktivitäten bauen außerdem Stress ab und vermindern das Risiko von chronischen Kreuzbeschwerden.

Tipp: Führen Sie ein Schmerztagebuch und beobachten Sie genau, wann die Rückenschmerzen auftreten und bei welchen Bewegungen sie stärker werden. Dies kann ein wichtiger Anhaltspunkt für die Diagnose sein.

Bandscheibenvorfall - Operation: Ja oder Nein?

Normalerweise genügt die so genannte konservative Behandlung: Schmerztherapie, Krankengymnastik, Massagen, Entspannungsübungen. Wenn die beschädigte Bandscheibe so auf die Nerven drückt, dass es zu Lähmungen kommt, ist jedoch eine Operation notwendig. Der Rückenschmerz kann mitunter bis ins Bein ziehen oder gar ein Kribbeln im Fuß oder Taubheitsgefühle verursachen.

Chronische Schmerzen ganzheitlich behandeln

Bei anhaltenden Kreuzbeschwerden ist ein aktives, mehrstufiges Behandlungskonzept erforderlich. Im Mittelpunkt steht die so genannte Funktionsverbesserung. Bei den Betroffenen ist die Muskulatur oft bereits stark geschwächt. Ein gezieltes körperliches Aufbautraining soll die Muskeln stärken. Positiver Nebeneffekt: Die Patienten lernen, dass Bewegung und körperliche Belastung nicht schaden, sondern das Wohlbefinden steigern. Durch die Funktionsverbesserung vermindern sich in der Regel auch die Schmerzen. Die Patienten erlernen außerdem spezielle Kraft- und Koordinationsübungen, die sich täglich am Arbeitsplatz oder in der Freizeit ausführen können.

Ergänzend sind Entspannungstechniken als aktive Maßnahmen zur Stressbewältigung. Viele Patienten mit chronischen Rückenschmerzen weisen Symptome einer leichten Depression auf. Um die Stimmungslage zu verbessern und neuen Mut zu schöpfen, kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Bei chronischen Rückenschmerzen ist eine sehr individuelle Behandlung erforderlich. Die Betroffenen sollten sich deshalb möglichst an einen auf Rückenschmerz spezialisierten Arzt wenden.