Frühlingsgefühle

Der Frühling ist da! Und mit ihm unsere gute Laune: Plötzlich lächeln wir wieder, flirten, sind viel positiver gestimmt. Wenn wir an Frühlingsgefühle denken, sehen wir oft ein Bild von einem jungen Mädchen vor unserem inneren Auge, das über eine mit Blumen übersäte Wiese tänzelt. Doch was wecken diese Gedanken an den Frühling in uns? Der Frühling löst die kalte, triste Jahreszeit ab, es wird heller und wärmer – jeder Augenblick im Freien wird genossen. Vor allem aber steht die zweite Jahreszeit für das Erwachen neuen Lebens – in der Pflanzen-, Tier- und auch Menschenwelt.

Es gibt sie wirklich. Untersuchungen beweisen, dass es eine Art psychologische Erholung vom Winter gibt. Im Frühling wird es heller und das natürliche Tageslicht hat eine positive Wirkung auf die Psyche und somit auf unsere Stimmung. In den nordeuropäischen Ländern um den Nordpolarkreis gibt es sogar Lichttherapien, um Depressionen während des langen Winters vorzubeugen. Dann kommt die Temperatur hinzu, man fühlt sich wohler, weil man nicht mehr in dicken Sachen eingepackt ist.

Die Frühlingszeit beeinflusst unseren Hormonhaushalt sehr. Das Hormon Melatonin fördert den Schlaf und wird nachts produziert. Weil es im Winter länger dunkel ist, ist der Melatonin-Spiegel dann auch tagsüber erhöht. Wir fühlen uns schläfriger. Wenn die Tage wieder länger und heller werden, wird dieser Wert verringert ¬– wir werden wacher und aktiver. Durch Sonnenlicht wird die Ausschüttung des Hormons Serotonin stimuliert, dies ist der Gegenspieler zum Melatonin. Dieses Glückshormon sorgt für gute Laune und ein zufriedenes Gefühl.

Im Tierreich ist das so. Um dem Nachwuchs eine bestmögliche Chance zu geben, müssen die Geburten zu einer Zeit stattfinden, die das Überleben am leichtesten macht. In der Regel ist das der Frühling. Kleine Tiere, die den Nachwuchs schnell zur Welt bringen, sind demnach zu dieser Zeit besonders aktiv. Bei größeren Tieren spielt sich hingegen die Fortpflanzung im Herbst oder Winter mit dem Ziel ab, den Nachwuchs im Frühling zu bekommen.

Bei uns Menschen gab es diesen Rhythmus bis Mitte des letzten Jahrhunderts ebenfalls. Der Mai heißt deshalb "Wonnemonat" weil in diesem Monat die meisten Kinder gezeugt wurden. Das Wetter hatte dabei eine wichtige Rolle inne. Die Menschen waren viel mehr draußen als im Winter und die Chance, dort einen potenziellen Partner zu finden, war groß. Heute werden die meisten Kinder im Dezember gezeugt. Es gibt Zentralheizungen, die es drinnen schön warm machen. Man kuschelt im Winter mehr miteinander und die festliche Stimmung tut ihr übriges. Dennoch hat der Frühling einen gewissen Anteil bei der Partnersuche. Wir sind mehr im Freien, müssen nicht mehr so dick angezogen sein, die Sonnenstrahlen sorgen für gute Laune und etwas Wärme. Dies alles begünstigt natürlich den ein oder anderen Blick aufs andere Geschlecht und man kommt in Flirtlaune.