Mit der passenden Kleidung durch den Herbst

Morgens scheint die Sonne, mittags kommen die Wolken und auf dem Nachhauseweg beginnt der Regen – gar nicht so einfach, die passende Kleidung für jede Wetterlage zu finden. Generell gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Bekleidung. Denn was vor Wind und Regen schützt, sorgt nicht immer für ein gutes Körperklima. Was uns kuschelig warm hält, übersteht nicht jedes herbstliche Sturmtief. Wetterfest muss auch angezogen sein, wer im Herbst draußen Sport treiben möchte. Zum Glück hat jeder heute die Auswahl zwischen unterschiedlichen Kleidungsstücken aus Hightech-Fasern, die atmungsaktiv, wind- und wasserfest sind.

Natur contra Chemie?

Vorbei sind die Zeiten, da Chemiefasern im Ruf standen, wie eine Plastikfolie an der Haut zu kleben. Die modernen Kunstfasern sind multifunktional – leicht, winddicht, wasserfest, atmungsaktiv, reißfest und strapazierfähig, gut isolierend und schnell trocknend. Diese Vielfalt macht sie den Naturfasern überlegen. Gleichzeitig sind sie hoch spezialisiert für ihren jeweiligen Verwendungszweck. Es gibt Fasern mit feinen "Kanälen", durch die Schweiß vom Körper abgeleitet wird. Andere Materialien erzeugen isolierende Luftpolster. Stoffe, die aus mehrlagigen Membranen zusammengesetzt sind, halten Wind und Regen ab. 

Auf das Darunter achten!

Richtige Bekleidung für kühle Herbsttage beginnt bei der Unterwäsche. Sie sollte Schweiß nicht aufsaugen, sondern nach außen weiterleiten. Ein Baumwollhemd ist dafür ungeeignet. Nasse Baumwolle legt sich direkt auf die Haut und es fehlt eine Luftschicht zwischen Stoff und Körper. Die aber sorgt dafür, dass die Hauttemperatur stabil bleibt und der Körper nicht auskühlt. Durch die nasse Baumwolle steigt so das Risiko, sich zu erkälten. In Funktionsunterwäsche aus Kunstfasern bleibt die Haut dagegen trocken, die Erkältung hat keine Chance. Der Schweiß verdunstet durch das Gewebe nach außen. Da Wäsche aus Kunstfasern allerdings schnell nach Schweiß riecht, bauen die Hersteller inzwischen keimhemmende Substanzen – Silberionen – in die Stoffe ein. Eine natürliche Alternative zu Hightech-Material ist Merinowolle. Die flauschigen Wollfasern können ein Drittel ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Sie wärmen gut und bieten einen natürlichen Schutz gegen Bakterien.

Lagenlook gegen Wetterlaunen

Wer auch im Herbst gern draußen ist, braucht Kleidung, die sich wechselnden Herausforderungen stellen kann. Dank Zwiebelprinzip sind Sie vor unberechenbarem Wetter sicher:

  • Die Wäsche soll eng am Körper anliegen, um den Schweiß nach außen zu transportieren.
  • Die zweite Schicht muss Körperfeuchtigkeit weiterleiten, aber auch wärmen. Ideal ist ein locker sitzender Pulli aus Fleece oder leichter Wolle.
  • Als Außenhaut haben Öljacken und -hosen à la Ostfriesennerz ausgedient – vor Wind und Regen schützt heute Kleidung, die aus mehreren Membranschichten aufgebaut ist. Ihr Vorteil: Schweiß gelangt nach außen, Regen dringt aber nicht ein.
  • Wer es unkomplizierter mag, ist mit einem Softshell gut beraten. Diese Jacken ersetzen die mittlere und äußere "Zwiebel"-Schicht: Sie wärmen, sind winddicht und widerstandsfähig. Lediglich extremen Regengüssen halten sie nicht stand.

Gut angezogen beim Sport

Bewegung ist gesund, tut gut und gehört als fester Bestandteil in den Wochenplan. Das besondere Extra beim Training im Freien: Tageslicht hebt – besonders in Kombination mit dem Training – die Laune. Mit der richtigen Kleidung macht Sport bei herbstlichem Wetter noch mehr Spaß!

  • Beim Joggen, Radfahren und Walken bietet der Oberkörper viel Angriffsfläche für Wind und Kälte. Eine wind- und wasserfeste Laufjacke oder Radfahrweste mit Membranen ist unentbehrlich. Reißverschlüsse unter den Achseln verbessern bei starkem Schwitzen das Innenklima der Jacke.
  • Leisten Sie sich gut sitzende spezielle Sportunterwäsche – sie erhöht die Bewegungsfreiheit, verhindert schweißnasse Haut und ist an empfindlichen Stellen mit zusätzlichem Windschutz verstärkt.
  • Achten Sie auf eng anliegende Abschlüsse an Armen, Beinen und Hals (z.B. elastische Bündchen). Dadurch kann keine Kälte eindringen.
  • Über den Kopf geht die meiste Körperwärme verloren. Praktisch ist ein "Buff", ein Schlauch aus elastischem Stoff, den Sie sich über den Kopf, um den Hals oder vor den Mund ziehen können.
  • Wenn Sie im Dunkeln unterwegs sind, sollte Ihre Kleidung mit Reflektoren ausgerüstet sein – oder aus reflektierendem Material bestehen.

Bekleidungsmix für Kinder

Beim Spielen im Freien sind Kinder in Funktionskleidung aus wasserabweisenden und atmungsaktiven Stoffen am besten vor herbstlichem Schmuddelwetter geschützt. Doch die Outfits aus Hightech-Material sind deutlich teurer als Jeans und Baumwollshirt – solange die Kinder noch wachsen, also eine Investition, die sich auf den ersten Blick nicht "lohnt". Als Kompromiss bietet sich ein Mix aus konventioneller und funktioneller Bekleidung an: Jeans sind für Kinder unentbehrlich, da strapazierfähig und waschbar, darüber kommt bei nassem Wetter und Spielen im Matsch und Sand eine Buddelhose. Ein Fleecepulli ist ein Muss: Er kann solo oder unter einer leichten, regenfesten Jacke getragen werden. Alternativ kommt auch ein Anorak mit austrennbarem Fleecefutter in Frage. Die Schuhe sollen gut wärmen und wasserfest sein. Gummistiefel sind bei Regen praktisch, aber als Dauerbekleidung nicht geeignet. Die Jüngsten brauchen draußen eine Kopfbedeckung, da sie viel Wärme über den Kopf verlieren. Achten Sie auf Reflektoren an der Kleidung! Damit Ihre Kinder auch für Autofahrer gut sichtbar sind.

Tipps für den Einkaufsbummel

Wenn Sie wetterfeste Kleidung einkaufen wollen, die für Sie und Ihre Bedürfnisse passend ist, lassen Sie sich am besten von einem Fachverkäufer beraten. Trotzdem ist es gut, einige Details zu wissen:

  • Achten Sie auf die drei Ws am Etikett, wenn Sie eine herbsttaugliche Jacke kaufen wollen. Sie stehen für wasserdampfdurchlässig (= atmungsaktiv), winddicht, wasserdicht.
  • Die Reißverschlüsse müssen buchstäblich "reibungslos" funktionieren und durch eine Stoffleiste abgedeckt sein, damit keine Nässe eindringen kann.
  • Die Nähte sollten verschweißt sein, nicht nur verklebt – möglichst auch von innen mit einem flexiblen Kunststoffstreifen. Bei Kleidung, die direkt mit der Haut in Kontakt kommt, ist auf flache Nähte zu achten, die nicht kratzen und scheuern.
  • Kaufen Sie Unterwäsche im Zweifelsfall eine Nummer kleiner, damit sie eng am Körper anliegt.
  • Denken sie auch an Ihre Füße: Robuste Trekking- oder Laufschuhe mit wasserabweisender Oberfläche und kräftigem Profil bieten Komfort und Sicherheit, auch wenn der Untergrund mal rutschig ist.