Hilfe gegen Insektenstiche

Bienen, Wespen, Mücken – stechende Insekten gibt es viele. Gerade im Sommer summt und brummt es fast überall. Mückenstiche sind zwar nervig, aber nicht weiter schlimm. Bei den größeren Vertretern müssen vor allem Kinder und Allergiker aufpassen. Ein Stich an der falschen Stelle kann da gefährlich werden. Wie sich die einzelnen Insektenstiche unterscheiden, wie Sie sie vermeiden können und was Sie tun können, wenn es dann doch mal passiert, erklären wir ihnen hier.

Vielen Menschen tun sich bei der Unterscheidung zwischen Bienen und Wespen schwer, so dass sie einfach bei beiden Angst haben. Doch die beiden Insekten unterscheiden sich sehr. Dies fängt schon beim Aussehen an: Wespen haben auffällig schwarz-gelbe Streifen und die berühmte Wespentaille wogegen Bienen doch eher massiger und pummeliger aussehen. Außerdem sind sie eher bräunlich und behaart. Auch beim Essverhalten gibt es Unterschiede. Die Honigbiene ist eine reine Vegetarierin, wohingegen die Wespen auch Fleisch fressen. Deshalb haben es Wespen auch auf das ein oder andere Grillwürstchen abgesehen. Da Bienen weitaus weniger aggressiv als Wespen sind, ziehen sie meist einfach weiter, wenn sie nichts von Interesse finden.

Der Hauptunterschied jedoch ist der Stachel. Wespen können ihn mehrfach einsetzen und benutzen ihn auch zur Jagd auf andere Insekten. Eine Biene hingegen opfert sich beim Benutzen des Stachels, da dieser mit Widerhaken besetzt ist und somit beim Entfernen ein Teil des Hinterleibs der Biene abgetrennt wird. Sie stechen somit nur im Notfall.

Schmerzhaft sind beide Stiche, wobei der der Biene grundsätzlich heftiger ausfällt, da sie ihr gesamtes Gift mit einmal einsetzt, um sich zu verteidigen. Somit gilt es, Ruhe zu bewahren und die Biene nicht durch herumfuchteln  oder anpusten aggressiv zu machen. Meist sehen sie sich nur mal um und wenn es nichts Interessantes für sie gibt, ziehen sie recht schnell weiter.

Im Gegensatz zum Wespenstich bleibt bei einer Biene nach dem Zustechen der Stachel in der Haut stecken. Entfernen Sie ihn vorsichtig mit einer Pinzette oder kratzen Sie ihn behutsam mit einer Kreditkarte oder dem Fingernagel weg. Achten Sie darauf, den Stachel und die daran hängende Giftblase nicht zusammenzudrücken, um nicht noch mehr Gift in die Wunde zu pressen.

Ist der Stich noch sehr frisch, behandeln Sie ihn wie folgt:

Hitze: Unmittelbar nach dem Stich kann es helfen, die Einstichstelle zu erhitzen. Denn Wespengift enthält u.a. Eiweißverbindungen, auf die unser Körper mit der Ausschüttung von Histamin reagiert. Das kann unter anderem zu starken Schwellungen führen. Ein erwärmter Löffel oder ein heißer Waschlappen (ideal sind ca. 50 Grad Celsius) sorgt dafür, dass die Proteine im Insektengift gerinnen. Das kann verhindern, dass eine starke Schwellung entsteht.

Kühlen: Besteht bereits eine Schwellung, ist Kühlen angesagt. Am besten eignet sich kaltes Wasser. Wickeln Sie Kühl-Packs oder Eiswürfel immer in ein Tuch ein, bevor Sie sie auf die Haut legen. Andernfalls kann es zu Erfrierungen kommen.

Nicht kratzen: Was für Mückenstiche gilt, ist auch bei Wespenstichen wichtig. Diese können nach einiger Zeit ganz schön jucken. Lassen Sie dennoch lieber die Finger vom Stich – sonst kann es zu Infektionen kommen.

Bei Stichen im Mund- und Rachenraum: Sofort den Notarzt rufen! Bis zu dessen Eintreffen Eiswürfel lutschen und den Hals kühlen (z. B. Umschläge mit kaltem Wasser machen).

Die Mücke saugt Blut aus jeder freien Körperstelle, die sie finden kann. So ein Mückenstich hat unangenehme Nachwirkungen. Denn während sie das Blut saugt, sondert sie außerdem Speichel ab. Dieser löst den Juckreiz und die Schwellung aus. Außerdem unterscheiden Mücken den Körpergeruch eines Menschen. Frisch geduscht oder gebadet mögen sie ihr Opfer nicht so gern, ansonsten haben sie einen individuellen Geschmack. Saugentscheidend ist die exakte Konzentration von Milchsäure und Fettsäuren, die der Mensch durch seinen Schweiß absondert. Auch ein hoher Cholesterinspiegel im menschlichen Blut zieht die Sauger an. Einige Wissenschaftler machen auch die individuelle Körpertemperatur verantwortlich. Wärmere Menschen werden bevorzugt.

Die Stiftung Warentest hat verschiedene Mittel getestet und am wirkungsvollsten erwiesen sich solche, die Diethyltoluamid (DEET) oder Bayrepel enthalten. Mücken scheinen diese Stoffe abstoßend zu finden. Die Inhaltsstoffe wirken aber auch auf das Nervensystem des Menschen und sollten daher bei Kindern und Schwangeren auf keinen Fall angewendet werden. Aber auch Erwachsene verzichten besser darauf, sich großflächig damit einzureiben. Übrigens, Hände weg von Mitteln mit Naphthalin: Es kann Krebs erzeugen. Natürliche Mittel wie ätherische Öle halten die Mücken meist nicht lange auf Distanz, sind aber einen Versuch wert:

Für den Garten/Balkon: Gartenfackeln mit Citronella-Öl. Teelichter und Kerzen mit Teebaum, Nelke oder indischer Melisse (mindestens drei auf den Tisch).

Für den Körper: Duftsprays mit den oben genannten ätherischen Ölen, ein Anti-Mücken-Armband, parfümiert mit Düften, die die Mücke nicht mag.

Elektronische Verdampfer wie Mückenstecker für die Steckdose geben die Insektengifte Transfluthrin, Alletrin und Piperonylbutoxid ab. Das tötet jede Mücke. Im Schlafzimmer sollten Sie die Geräte nicht benutzen. Denn die Gifte können Atemwege, Haut und Augen reizen. Solche Biozidverdampfer spielen eher eine Rolle für den Ausnahmefall, beispielsweise um bei Urlaubsbeginn das Ferienhaus von den Hausbewohnern zu befreien. Nach Gebrauch tüchtig durchlüften.

Ventilatoren verwirren die Mücke, denn sie kann nicht mehr so gut erkennen, woher der Geruch kommt. Weiterer Vorteil: Mit ihren kleinen Flügeln muss sie schwer gegen den Wind ankämpfen, um sich Ihnen zu nähern. Auch Moskitonetze halten die Mückenvampire auf Distanz. Kunststoffnetze sind leichter als Baumwollnetze und trocknen leichter. Keine Wirkung gegen Mücken zeigen hingegen Vitamintabletten und Lichtfallen. Mücken fliegen nicht auf UV-Licht, dafür aber Nützlinge.

Der beste Schutz: lassen Sie die Mücke erst gar nicht in Ihre Nähe. Beseitigen Sie Brutstätten rund um das Haus. Klassische Legeplätze sind Regentonnen oder anderes stehendes Wasser. Wenn Sie einen Gartenteich Ihr Eigen nennen, ärgern Sie die Mücke mit einem Springbrunnen. Die Mückenlarven können sich so schwerer entwickeln. Für die Fenster gibt es spezielle Netze. Das ist praktisch, denn so können Sie die Fenster auch offen lassen und gut lüften.

Auch gut: Tomatenpflanzen, Katzenminze oder Duftgeranien an Fensterbrett und Hauseingang platzieren.

Damit sich das Opfer nicht direkt schon beim Stechen wehrt und die Mücke verscheucht, sondert sie über den Saugstachel Speichel ab, der zwei Funktionen hat. Zum einen wirkt er schmerzlindernd und zum anderen gerinnungshemmend. So kann der kleine Plagegeist in Ruhe unser Blut saugen.

Bei frischen Mückensticken sollten Sie mit Hitze reagieren. Die Temperatur sorgt einerseits dafür, dass die Blutgerinnung angeregt wird, zum anderen zerstört sie die im Mückenspeichel befindlichen Eiweiße, die die Entzündungsreaktion hervorrufen. Am besten geht dies mit einem erhitzten Löffel, den Sie mehrmals auf ca. 50° C erhitzen und auf die Stelle drücken. Passen Sie jedoch auf, den Löffel nicht zu stark zu erhitzen, denn dann droht eine Verbrennung.

Kühlen Sie den Stich im Anschluss. Dies lindert den Juckreiz und reduziert die Schwellung. Legen Sie aber niemals Eiswürfel oder Kühl-Packs direkt auf die Haut, denn das kann zu Erfrierungen führen.