Baby- und Kinderbetten – Sicherer Schlaf für unsere Kleinsten

Hurra, Nachwuchs ist unterwegs! Doch wo soll er schlafen? Wiege, Stubenwagen, Beistellbett oder doch gleich ein klassisches Kinderbett? Zu den Eltern ins Schlafzimmer oder allein im Kinderzimmer? Und welche Matratze ist die Richtige? Fragen über Fragen, die wir versuchen, im Folgenden für Sie zu beantworten.

Alle Arten von Babybetten haben sowohl Vor- als auch Nachteile und verschiedene Funktionen für unterschiedliche Altersstufen Ihres Sprösslings. Die Babywiege, die mit Rollen ebenfalls zum Stubenwagen wird, ist für Säuglinge bis zu einem Alter von ca. sechs Monaten geeignet und kann dank der praktischen Schaukelfunktion für friedliches Einschlafen sorgen. In den meisten Fällen sind diese 80 x 50 cm groß und bieten durch die kleine Liegefläche einen kuschelig-geborgenen Schlafplatz. Je nach Geschmack und Design können diese für den eher kurzzeitlichen Gebrauch jedoch recht teuer sein.

Das Beistellbett ist mit einer offenen und drei geschlossenen Seiten versehen. Die offene Seite wird an das Elternbett "angedockt" und ermöglicht den direkten Kontakt zum Baby. Jedoch ist diese Art von Schlafmöglichkeit nicht mit jedem Elternbett kompatibel und wirklich nur für den Aufbau neben Ihrem Bett gedacht.

Das klassische Baby- bzw. Kinderbett ist für den längeren Gebrauch gedacht und meist für mehrere Jahre nutzbar. Daher muss es vor allem eins sein: robust. Die meisten Babybetten sind mit einem Lattenrost, einer Matratze und einem Rahmen ausgestattet. Der Lattenrost sollte in der Höhe verstellbar sein, um den Rücken der Eltern anfangs zu schonen. Später wird die Liegefläche dann abgesenkt, damit das Kleinkind nicht herausfallen kann. Wenn die Gitterstäbe einen Abstand von 4,5 - 6,5cm haben, kann sich Ihr Sprössling nicht einklemmen. Manche Eltern haben den Wunsch, ihren Nachwuchs direkt mit in das Familienbett zu nehmen. Vermeiden Sie das aber, da dies das Risiko eines plötzlichen Kindstodes deutlich erhöht. Knuddeln kann man auch tagsüber genügend.

Im ersten Lebensjahr ist das Kind im Elternschlafzimmer am besten aufgehoben. Beide Seiten profitieren mitunter davon. Sie als Eltern hören sofort, wenn Ihr Baby unruhig ist und die Atemgeräusche von Mama und Papa wirken sich wiederum positiv auf den Schlaf Ihres Nachwuchses aus. Außerdem müssen stillende Mütter somit nicht schlaftrunken nachts weit laufen, um den kleinen "Wachmacher" zu füttern.
Das Bettchen, sei es im Elternschlafzimmer oder später im eigenen Kinderzimmer, sollten Sie nach Möglichkeit mit dem Kopfteil an eine Wand stellen. Lampen, Kabel, Steckdosen usw. dürfen dabei nicht in Reichweite der kleinen Händchen sein. Zudem empfehlen wir Ihnen, einen großzügigen Abstand zu Fenstern und Heizungen einzuhalten.

Dass eine gute Matratze ein Garant für einen erholsamen Schlaf ist, gilt für die Großen genauso wie für die Kleinen. Ob Sie nun eine aus Schaumstoff, Latex, Naturfasern oder eine Kombination aus den verschiedenen Materialien bevorzugen, obliegt Ihren ganz persönlichen Präferenzen. Viel wichtiger ist, dass die gewählte Schlafunterlage frei von Schadstoffen ist und dies auch durch Öko-Test, Stiftung Warentest oder anderen Siegeln bestätigt wurde. Zudem ist eine möglichst punktelastische Matratze ideal, da sie den kleinen Körper und die weiche Wirbelsäule optimal und druckfrei stützt. So können Sie außerdem vermeiden, dass sich eine unangenehme Kuhle bildet. Prüfen Sie darüber hinaus auch, ob die Matratze feuchtigkeitsregulierend und atmungsaktiv ist, denn ein Hitzestau lässt Ihren Nachwuchs nur sehr unruhig und wenig erholend schlafen.

Auch die Größe des Bettes muss stimmen – Lücken zwischen der Liegefläche und dem Bettrahmen sind eine unnötige Gefahrenquelle. Modelle mit einer trittfesten Sicherheitskante bieten zudem mehr Sicherheit, wenn der Nachwuchs beginnt aufzustehen. Für das ein oder andere nächtliche Malheur lässt sich der Bezug im besten Fall abnehmen und bei mindestens 60°C waschen.

Die Luftzirkulation und der Wärmeaustausch sind bei einem Babybettchen besonders wichtig. Von Kopfkissen und Zudecken wird für den ganz kleinen Nachwuchs mittlerweile abgeraten. Sie könnten zu einer Überhitzung oder gar zum Ersticken führen. Besser geeignet ist ein Babyschlafsack. Achten Sie beim Kauf neben der richtigen Größe auch darauf, dass dieser einen Innen- und Außenschlafsack besitzt. Die Halsöffnung darf dabei nicht größer als der Kopfumfang sein, um ein Hineinrutschen bestmöglich vorzubeugen.

Auf Nestchen oder Bettumrandungen können Sie vor allem in den warmen Sommermonaten verzichten, da sie die Luftzirkulation beeinträchtigen und zu Wärmestau führen. Des Weiteren kann ein unsachgemäßer Einbau dazu führen, dass der Kopf Ihres Babys mitten in der Nacht bedeckt ist. Besser Sie nutzen den bereits erwähnten Schlafsack.
Ebenfalls zu einem Wärmestau und zu verringerter Luftzirkulation kann es bei der Benutzung eines Himmels kommen. Wenn Sie sich dennoch für einen Himmel entscheiden, sollte dieser nicht weiter als bis zur Oberkannte der Umrahmung reichen und aus möglichst leichtem Stoff bestehen.

Auch wenn es niedlich aussieht und zur Dekorationen des Zimmers passt, gehören große Kuscheltiere nicht ins Bett. Lammfelle haben dort ebenfalls nichts verloren und sind im Kinderwagen oder auf dem Boden besser aufgehoben. Auch Wärmflaschen sind tabu. Diese können aber gern zum Aufwärmen des Schlafplatzes benutzt werden.

Grundsätzlich gilt im Babybett: Weniger ist mehr und alles, was das Gesicht komplett bedecken kann, ist tabu!

Spätestens wenn der Nachwuchs mit dem Köpfchen und den Beinchen an die Enden des Bettes stößt, wird es höchste Zeit für ein Größeres. Bei Kinderbetten mit Gitter sollten Sie besonders bei den ersten Kletterversuchen hellhörig werden, dabei kann sich das Kind sehr leicht verletzen. Um den Erkundungsdrang sicher nachgehen zu können, sind bei vielen Kinderbetten einige Gitterstangen entfernbar. So kann das Kind sicher hinaus und hinein ohne im Schlaf herauszurollen. Allerdings müssen Sie sich dann möglicherweise auf nächtliche Erkundungstouren gefasst machen. Möchten Sie gleich das komplette Gitter entfernen, kann es in der ersten Zeit zu Stürzen kommen. Da Eltern dies natürlich verhindern möchten, hier ein paar Tipps:

  • Stellen Sie das Bett in eine Nische oder Ecke: So ist eine Seite schon geschlossen.
  • Stuhl an die offene Seite: Stellen Sie nachts einen Stuhl oder ähnliches an die offene Seite.
  • Rausfallschutz: Einige Betten besitzen einen Rausfallschutz, dieser kann an die offene Seite montiert werden. Gibt es diesen nicht, kann auch ein universeller Rausfallschutz Abhilfe schaffen.
  • Decke als Abgrenzung: Eine zur Rolle gewickelte Decke kann ebenfalls an die offene Seite gelegt werden und hilft oftmals schon ein Herausfallen zu verhindern.
  • Yogamatte: Legen Sie in der ersten Zeit eine Yogamatte neben das Bett, um einen eventuellen Sturz abfedern zu können.

Wenn Sie vom Baby- auf ein Kinderbett umsteigen, muss natürlich auch eine größere Matratze her. Achten Sie beim Kauf neben den bereits angesprochenen Punkten nun auch auf die Liegepunkte, da die neue Matratze nun wieder viel größer als das Kind ist und sich die Druckpunkte verschieben. Lassen Sie sich dazu am besten beim Fachhändler beraten.

Wenn Sie sich für ein Hochbett oder halbhohes Bett entscheiden, hat Sicherheit oberste Priorität. Experten raten, auf ein Hochbett bis zum Alter von sechs Jahren zu verzichten, da Kinder die Gefahren erst dann richtig einschätzen können. Da ein Hochbett neben dem Schlafen häufig auch zum Toben dient, muss es besondere Sicherheitsanforderungen erfüllen. Achten Sie beim Kauf auf geprüfte Sicherheit und entsprechende Siegel. Es muss eine ausreichend hohe Brüstung von mindestens 26 cm haben. Besser höher. Von der Oberseite der Matratze muss die Brüstung noch min. 16 cm hoch sein. Benutzen Sie nach Möglichkeit keine Federkernmatratzen, da sich diese besser zum Springen eignen. Die Aussparung zum Ausstieg sollte am Fußende und zwischen 30 und 40 cm groß sein. Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Sicherheit ist die Leiter. Achten Sie auf eine stabile Verbindung der Leiter und einen guten Stand. Ein Handlauf ist ein Muss und die Stufen sollten für Ihr Kind leicht zu bewältigen sowie ausreichend breit und tief sein.

Machen Sie beim Kauf und nach dem Aufbau den "Rütteltest". So prüfen Sie die Stabilität. Idealerweise lässt sich das Bett mit der Wand verankern, so dass sich kein Spalt bildet in den das Kind hineinrutschen kann.

Unser Tipp: Üben Sie mit Ihrem Nachwuchs das Ein- und Aussteigen mehrmals – auch im Dunkeln. 

Wenn die Kinder in ihre größeren Bettchen "umziehen", ist meist auch langsam die Zeit gekommen, sie ohne Windeln schlafen zu lassen. Da vor allem nachts öfter mal etwas schief geht, empfehlen wir einen Nässeschutz für die neue Matratze. Wir raten zu Nässeschutzauflagen aus zwei Materialien. Diese sind auf der einen Seite gummiert, auf der anderen saugfähig. Verzichten Sie auf Polyester, da es durch Nässe schnell beginnt, unangenehm zu riechen. Der Nässeschutz lässt sich leicht per Gummiband zwischen Matratze und Bettlaken spannen.

Unser Tipp: Wenn Sie die Gummiseite nach oben legen, können Sie bei kleinen Malheuren einfach das Laken wechseln, die Gummiseite abwischen und neu bespannen, ohne dass sich das neue Laken gleich wieder vollsaugt.

Da Ihr Kind nun mobiler ist und nachts gern mal auf Erkundungstour geht, raten wir zu einem kleinen Nachtlicht, das dem Spross den Weg leuchtet und das Verletzungsrisiko mindert. Empfehlenswert sind batteriebetriebene LED-Lichter. Einige sind wie Kuscheltiere und lassen sich einfach mit ins Bett nehmen. Sie besitzen einen Timer, der das Licht automatisch nach einer Weile abschaltet und es durch Drücken des Körpers wieder einschaltet. So ein wunderbares Nachtlicht wird ihrem Kind schnell ans Herz wachsen und viele Nächte ein treuer Begleiter sein.