Mittagsschlaf tut gut

Kennen Sie das auch? Schlapp und müde nach der Mittagspause fällt das Arbeiten schwer. Der Körper signalisiert sein Bedürfnis nach Schlaf oder einer Ruhepause. Ein kurzes Nickerchen, auch am Arbeitsplatz, wirkt wahre Wunder. Der natürliche Biorhythmus des menschlichen Körpers zeigt eindeutig ein Mittagstief zwischen 13 und 15 Uhr. Die Augen werden müde, die Konzentration fällt sehr schwer und die Produktivität ist eingeschränkt. Weiter arbeiten funktioniert zwar, aber der Wunsch nach einem kurzen "Power Napping" (Energieschlaf) ist groß. Sei es zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit – ein kurzer Mittagsschlaf von zehn Minuten bis maximal einer halben Stunde wird als sehr erholsam empfunden. Der Körper und die Muskeln können entspannen, es wird Stress abgebaut und neues Wissen gelangt ins Langzeitgedächtnis.

Andere Länder, andere Gewohnheiten

In Deutschland ist ein Mittagsschlaf während der Arbeitszeit noch vielerorts undenkbar. Egal ob Xiu-Xi, Inemuri, Siesta oder Power Napping - in Asien, Amerika und in vielen südlichen europäischen Ländern hingegen gehört im Alltag wie auch in der Berufswelt eine kurze Ruhephase mit erholsamem Schlaf bereits oft zur Tagesordnung. Wer keine Liege, kein Sofa oder ähnliches zur Verfügung hat, legt einfach den Kopf auf die verschränkten Arme oder holt eine Iso-Matte aus dem Schrank. Die Arbeitgeber haben dort bereits erkannt, dass sich ein Kurzschlaf positiv auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter auswirkt. Sie sind entspannter, konzentrierter, reaktionsschneller und erkranken seltener. Ein regelmäßiger Mittagsschlaf führt auch zu einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Worauf Sie achten sollten

Schalten Sie das Handy ab, leiten Sie das Telefon im Büro um, verdunkeln Sie den Raum nicht und stellen Sie sich am besten einen Wecker für Ihr regelmäßiges Nickerchen. Denn wenn Sie durch zu langes Schlafen in die Tiefschlafphase wechseln, braucht es sehr lange bis Ihr Körper wieder auf Touren kommt. Auch eine gehaltvolle Mittagsmahlzeit kann die folgende und tageszeittypische Müdigkeit zusätzlich verstärken. Die Verdauungsvorgänge beanspruchen von der wenigen Energie, die während der körperlichen Tiefphase noch zur Verfügung steht, den letzten Rest und die gefühlte bleierne Schwere intensiviert sich.

Schlaf, Kindlein, schlaf

Ein kurzer oder auch längerer Mittagsschlaf bei Kindern ist unumstritten und meist kulturell tief verwurzelt. Aber je älter ein Kind wird, desto weniger Schlaf braucht es am Tag. Die Länge des Schlafbedürfnisses ist dabei sehr unterschiedlich. Einige Kinder brauchen nur eine halbe Stunde Schlaf und andere schlummern bis zu drei Stunden. Bei Kleinkindern ist der Schlaf, sei es nachts oder am Tage, für die Entwicklung sehr wichtig. Werden doch in dieser Zeit aufregende Ereignisse des Tages verarbeitet, neues Wissen im Langzeitgedächtnis abgespeichert, wichtige Wachstumshormone ausgeschüttet und das Immunsystem des Kindes gestärkt. Sehr gute Gründe also, die für den Mittagsschlaf sprechen. Zwingen sollten Sie Ihr Kind jedoch nicht. Auch stille Ruhezeiten verhelfen zur gewünschten Erholung.