Sportverletzungen richtig versorgen

Ob joggen, walken, wandern, Rad fahren oder Tennis spielen - Bewegung im Freien tut gut und hält fit! Doch nur einmal kurz unaufmerksam und schon ist es passiert: Der Fuß ist beim Joggen umgeknickt. Was können Sie tun, wenn Sie sich beim Sport verletzen? Hinzu kommen Blasen, Blutergüsse und andere Blessuren, die jeder Sportler selbst behandelt. Hier die wichtigsten Tipps, wie Sie Sportverletzungen richtig versorgen.

Muskelkater und andere Muskelverletzungen

Neben dem eher harmlosen Muskelkater gibt es noch weitere Muskelverletzungen, die jedoch ernster zu nehmen sind:

  • Bei der Muskelzerrung wird der Muskel bis zu seiner Elastizitätsgrenze belastet, sie wird aber nicht überschritten. Die Muskelzerrung zeigt sich durch einen krampfartigen, starken Schmerz. Aufgrund der übermäßigen Dehnung des Muskels ist dieser dann bewegungsunfähig, was bis zu mehreren Wochen andauern kann.
  • Der Muskelfaserriss oder Muskelriss ist die Folge einer Überbelastung des Muskels über seine Elastizitätsgrenze hinaus. Sportarten, bei denen schnelle Muskelkraft benötigt wird oder ein häufiger Wechsel zwischen Beschleunigen und Abbremsen auftritt, weisen ein hohes Verletzungsrisiko auf. Die Schmerzen äußern sich plötzlich und werden als stechend beschrieben. Nach kurzer Zeit bildet sich zudem ein Bluterguss.
  • Eine Muskelprellung wird durch eine gewaltsame Quetschung des Muskels gegen den Knochen verursacht. Die Schmerzen treten im Gegensatz zu den anderen Muskelverletzungen viel großflächiger auf.

Stürze und Stöße: PECH gehabt?

Verletzungen aufgrund von Stürzen, Stößen oder Schlägen kommen im Sport häufig vor. Behandelt wird zunächst nach dem PECH-Schema: Pause, Eiskühlung, Compression und Hochlagern. Das bedeutet also: Unterbrechen Sie sofort die sportliche Betätigung! Kühlen Sie die betroffene Stelle für etwa 20 Minuten mit Eiswürfeln oder Coolpacks (am besten ein Tuch dazwischen legen). Bei Verletzungen reißen meist feinste Blutgefässe, was zu einem Bluterguss führt. Ein Kompressionsverband vermindert die Blutung ins Gewebe. Bringen Sie eine elastische Binde mit leichter Spannung an und legen Sie die Eispackung anschließend wieder auf. Insgesamt sollten Sie je nach Ausmaß der Verletzungen mindestens eine Stunde kühlen. Hochlagern verhindert, dass die verletzte Stelle anschwillt. Nach der akuten Behandlung kann - sofern keine offene Wunde vorhanden ist - die betroffene Stelle mit Sportgel eingerieben werden. Vermeiden sollten Sie Wärmeanwendungen und Massagen.

Krämpfe und Zerrungen: Alle Muskeln mobil?

Am häufigsten ist beim Sport die Muskulatur von Verletzungen betroffen. Dabei kommt es besonders oft zu:

  • Muskelzerrungen erkennen Sie am plötzlichen krampfartigen Schmerz, der bald wieder nachlässt. Der Muskel aber fühlt sich danach hart und gespannt an. Legen Sie sofort eine Trainingspause ein und belasten Sie am besten den verletzten Bereich für mehrere Tage nicht.
  • Muskelfaserrisse werden z.B. durch bereits überlastete und nicht geschonte Muskeln verursacht. Sie spüren dann heftige Stiche in der Muskulatur. Stellen Sie die verletzte Stelle absolut ruhig, damit das Muskelgewebe nicht weiter reißt. Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, da oft ein spezieller Verband nötig ist!
  • Auch Muskelkater ist eine muskuläre Verletzung, die jedoch mikroskopisch klein ist. Die Schmerzen spüren Sie erst Stunden oder einen Tag nach dem Sport. Muskelkater wird durch ungewohnte oder neue Belastungen hervorgerufen und tritt nach wiederholtem Training nicht mehr auf.
  • Muskelkrämpfe sind Anzeichen eines ermüdeten Muskels. Sie treten meist bei zu langer Belastung und bei Hitze auf. Der Muskel wird hart, bleibt angespannt, schmerzt und lässt sich nicht lockern. Zur Vorbeugung sollten Sie viel trinken.

Vorsicht auf Schritt und Tritt!

"Fehltritte" sind beim Sport im Freien nicht selten. Besonders typisch nach dem Umknicken oder Stolpern sind Bandkapselverletzungen des Sprunggelenks. Oder es kommt durch Abfangen des Sturzes zur Verstauchung der Hand. Zur Sofortmaßnahme bei Gelenkverletzungen gehen Sie nach dem PECH-Schema vor. Sie sollten aber danach einen Arzt aufsuchen. Rufen Sie auch bei Verdacht auf Knochenbrüche oder eine Verrenkung von Kniescheibe oder Schultergelenk einen Arzt! Bewegen Sie sich nicht!

Besonders bei längerem Training bei heißem Wetter ist das Risiko für einen Kreislaufkollaps erhöht. Hautblässe, kalter Schweiß und Übelkeit sind erste Anzeichen. Wenn sie auftreten, sollten Sie sich sofort mit hoch gelagerten Beinen auf den Rücken legen.

Völlig harmlos sind Hautblasen. Sie entstehen, wenn ein enger oder harter Sportschuh oder raue Socken auf der Haut reiben. Stechen Sie die Blasen nicht auf, sondern versorgen Sie sie mit speziellem Blasenpflaster, das den Druck durch eine Art Gelkissen vermindert. Ist die Blase bereits geplatzt, schneiden (nicht reißen!) Sie die Hautfetzen vorsichtig weg. Anschließend sollten Sie die Wunde desinfizieren und mit einem Pflaster oder einer sterilen Wundauflage bedecken.

Notfällen vorbeugen!

Das Einhalten einiger Vorsichtsmaßnahmen sorgt dafür, dass Sie die Gefahr einer Verletzung beim Sport möglichst gering halten:

  • Vorher Aufwärmen: Vor dem Training müssen Sie die Muskeln aufwärmen. Das gilt auch an heißen Tagen.
  • Langsam steigern: Nach längerer Trainingspause finden Sie erst langsam zu ihrer sportlichen Form zurück. Wenn Sie sofort aufs Ganze gehen, riskieren Sie eine Überlastung von Muskeln und Gelenken.
  • Besser zu zweit: Gemeinsam macht Sport nicht nur mehr Spaß, sondern ist auch sicherer. Wenn Sie lieber allein im Gelände unterwegs sind, nehmen Sie immer ein Handy mit!
  • Unentbehrliche Begleiter: Nehmen Sie für den Notfall Pflaster, Eisspray und eine elastische Binde mit. Das passt in eine kleine Gürteltasche, die beim Sport nicht behindert. Außerdem sollten Sie natürlich genügend zu trinken dabei haben. Im Sommer heißt es zudem, auf Sonnenschutz und Kopfbedeckung zu achten.