Mit dem Paddel auf Tuchfühlung

Bei heißen Temperaturen verspricht das kühle Nass Abkühlung und die Wassersportsaison ist in vollem Gange. Doch nicht nur in, sondern vor allem auch auf dem Wasser können Sportbegeisterte und Erholungssuchende aktiv werden: Mit dem Paddelboot verbessern Sie Ihre Ausdauer und können nebenbei die Ruhe und Schönheit unberührter Naturlandschaften genießen. Entfliehen auch Sie der stickigen Luft in der Stadt, schnappen Sie sich ein Kanu und unternehmen Sie eine Tour auf einem See oder Fluss in Ihrer Nähe.

Um mit dem Boot auf dem Wasser unterwegs zu sein, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen geht es darum, wie das Boot an sich fortbewegt wird und zum anderen, welcher Bootstyp genutzt werden soll.
Beim Paddeln sitzen Sie mit Blickrichtung nach vorn mit nur einem Paddel, das frei beweglich ist. Durch die kleinere Spannweite der Paddel-Bootstypen sind Sie bei der Auswahl der Gewässer für eine Tour weniger eingeschränkt als bei den in der Regel größeren Ruderbooten. Auch die Paddeltypen sind für Kajak, Kanadier und Co. unterschiedlich. Im flexiblen Kajak beispielsweise nutzt man ein Doppelpaddel, im klassischen Kanadier, Auslegerkanu oder im größeren Drachenboot hingegen ein Stechpaddel.

Sollten Sie noch unerfahren im Umgang mit dem passenden Zubehör oder der richtigen Technik sein, lassen Sie sich unbedingt im Bootsverleih oder Fachhandel beraten. Ein Schnupperkurs oder eine geführte Tour ist zum Einstieg ideal.

Stressfrei die Flora und Fauna auf und entlang der Seen und Flüsse erleben – das ist eines der Ziele von Kanuten. Dafür ist jedoch eine gute Planung notwendig. Berücksichtigen Sie in jedem Fall die Länge der Strecke, das Wetter und den Wasserstand. Üben Sie vor einer Tour noch einmal das Ein- und Aussteigen und die richtige Technik der Paddelschläge, damit durch falsche Bewegungsabläufe keine Schmerzen oder Krämpfe entstehen. Für Ihre Sicherheit sollten Sie an Schwimmwesten und passende Kleidung denken. Bei sommerlichem Wetter sind eine Kopfbedeckung, Sonnenschutz und ausreichend viele Getränke an Bord ein Muss!

Besonders erlebnisreich ist auch das Kanuwandern über mehrere Tage hinweg – egal ob selbst oder für Anfänger professionell organisiert. Hier legen Sie täglich eine von Ihnen ausgewählte Strecke zurück und übernachten entlang der Wasserläufe. Dafür bietet sich vor allem das Schlafen im Zelt an. Nachdem Sie am nächsten Morgen Ihre Siebensachen gepackt und verstaut haben, geht es weiter zur nächsten Etappe. Ein wasserdichter Seesack ist bei einem solchen Abenteuer Ihr unerlässlicher Begleiter, um all Ihre Habseligkeiten trocken ans nächste Ufer zu bringen.

Wasserwandern ist ein Urlaub für Minimalisten und solche, die es werden möchten – denn viel Platz ist in Ihrem Kanu nicht. Doch gerade dies, zusammen mit der Naturnähe, macht für viele den Reiz aus. Beliebte Routen zum Kanuwandern in Deutschland gibt es beispielsweise auf der Mecklenburger-Seenplatte sowie entlang der Havel, der Spree und der Hunte.

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland eine Paddel-Trendsportart etabliert: Das Surfboard wird in Verbindung mit einem Stechpaddel zum Flaniergerät auf dem Wasser. Das so genannte Stand Up Paddling (SUP) in seiner Ursprungsform geht auf polynesische Fischer zurück, die sich bereits vor rund 3.000 Jahren in ihren Kanus stehend auf dem Meer fortbewegten. Sie verbanden später das Nützliche mit dem Angenehmen, wie auch in den 1950er Jahren die Surflehrer auf Hawaii. In Europa wurde die neue Sportart schließlich auf die Seen und Flüsse gebracht.

Doch was ist der besondere Reiz am "Stehpaddeln"? Es lässt sich leicht erlernen und es ist überall ein See oder langsam fließender Fluss in der Nähe zu finden. Zudem bietet es Zeit und Ruhe für die besonderen Eindrücke der Wasserlandschaften und sorgt für eine gute körperliche Fitness. Beim ständigen Ausbalancieren auf dem speziellen Surfboard und den harmonischen Paddelbewegungen der Arme und Schulterpartie werden alle Muskelgruppen des Körpers beansprucht. Es herrscht also von den Zehenspitzen bis zum Scheitel Spannung. Das verhilft zu mehr Kraft, besserer Koordination sowie zu einem optimalen Training des Gleichgewichtsgefühls.