Krankenkassenwahlrecht 2021 - Was ändert sich?

Eine Kündigung der bisherigen Krankenkasse ist nicht mehr nötig.

Möchten Sie bei unverändertem Versicherungsverhältnis eine neue Krankenkasse wählen, müssen Sie Ihren Wechselwunsch ab 2021 nur noch der neuen Krankenkasse mitteilen. Die Krankenkassen tauschen sich anschließend im Rahmen eines elektronischen Meldeverfahrens aus.
Eine Kündigung der bisherigen Mitgliedschaft ist ab 1. Januar 2021 für Sie nur noch in Ausnahmefällen erforderlich, wenn das System der gesetzlichen Krankenversicherung verlassen wird – zum Beispiel beim Wechsel von einer freiwilligen Mitgliedschaft in die private Krankenversicherung.

Die Bindefrist für Mitglieder, die während einer bestehenden Mitgliedschaft ihre Krankenkasse wechseln möchten, verkürzt sich von 18 auf 12 Monate.

Das Sonderkündigungsrecht aufgrund erstmaliger Erhebung oder Anhebung des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes bleibt bestehen.

Bei jedem Arbeitgeberwechsel oder dem Wechsel von einem versicherungspflichtigen Status in einen anderen kann eine neue Krankenkasse gewählt werden – ohne Einhaltung einer Bindungsfrist.

Ändert sich Ihr Versicherungsverhältnis, weil Ihre Versicherungspflicht oder Versicherungsberechtigung endet, brauchen Sie als Mitglied weder zu kündigen noch die Bindungsfrist einhalten.

Das passive Wahlrecht löst keine Bindungsfrist aus.

Die wahlersetzende Anmeldung der zur Meldung verpflichteten Stelle löst keine Bindung an die Krankenkasse aus. Dabei ist es irrelevant, ob Sie als Mitglied bei Ihrer Krankenkasse zuletzt im Rahmen einer Mitgliedschaft oder Familienversicherung versichert waren.
Das heißt, alle Personen, die bei Eintritt der Versicherungspflicht Mitglied der bisherigen Krankenkasse werden bzw. bleiben, können sofort wieder vom Krankenkassenwahlrecht Gebrauch machen und – unter Einhaltung der allgemeinen Kündigungsfrist – die Krankenkasse wechseln. Die vorangegangenen Bindungsfristen spielen in diesem Zusammenhang keine Rolle, weil sie entweder durch die Beendigung der vorangegangenen Mitgliedschaft erloschen sind oder im Falle der vorangegangenen Familienversicherung nicht gegeben waren.

Das Mitglied muss seinem Arbeitgeber den Krankenkassenwechsel nur noch formlos mitteilen.

Ab dem 01.01.2021 übermittelt die gewählte Krankenkasse nach Eingang einer Anmeldung wegen Beginn einer Beschäftigung bzw. wegen Krankenkassenwechsel der zur Meldung verpflichteten Stelle im elektronischen DEÜV-Meldeverfahren das Bestehen oder Nichtbestehen der Mitgliedschaft.

Wie funktioniert das elektronische Meldeverfahren zwischen den Krankenkassen?

Die gewählte Krankenkasse meldet der bisherigen Krankenkasse den Wechselwunsch des Versicherten. Daraufhin meldet die bisherige Krankenkasse der neuen Krankenkasse, zu wann der Krankenkassenwechsel unter Berücksichtigung von Kündigungs- und Bindungsfrist stattfinden kann. Ist der Krankenkassenwechsel ordnungsgemäß zustande gekommen, meldet die neue Krankenkasse dies in einer Abschlussmeldung an die bisherige Krankenkasse.