Coronavirus – Was Sie als Versicherter wissen müssen

Das öffentliche Leben steht still, Prioritäten werden anders geordnet, der Alltag muss neu organisiert werden. Die Corona-Krise stellt sicher auch Sie derzeit vor große Herausforderungen und wirft zahlreiche Fragen auf. Im Gesundheitssektor kommen aufgrund der außergewöhnlichen Lage zudem fast täglich Neuerungen hinzu, die auch unter den aktuell widrigen Umständen die medizinische Versorgung sicherstellen und Patienten die Situation erleichtern sollen. Wir haben Ihnen die Antworten auf häufige Fragen zu den Änderungen zusammengefasst.

In Deutschland wird umfassend auf Infektionen mit SARS-CoV-2 getestet, auch im internationalen Vergleich. So gibt es in Deutschland keine Engpässe bei der Durchführung von PCR-Testungen auf das Coronavirus SARS-CoV-2. Derzeit wird nach der nationalen Teststrategie vorgegangen, die Sie unter www.zusammengegencorona.de stets aktuell finden.
Getestet werden grundsätzlich alle Betroffenen, die zu der Personengruppe der begründeten Verdachtsfälle gehören. Einen Test ohne Symptome kann derzeit nur über die zuständigen Gesundheitsämter veranlasst werden. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn zum Beispiel in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kindertageseinrichtungen ein Fall aufgetreten ist. In Einrichtungen zur Pflege kann auch unabhängig von aufgetretenen Fällen ein stichprobenartiger Test angeordnet werden.

Ob bei Ihnen ein Coronatest durchgeführt werden kann, können Sie bei Ihrem zuständigen Gesundheitsamt oder unter der Telefonnummer 116 117 erfragen.  

Entfallen Ihre Gewerbeeinkünfte und lagen Ihre bisherigen Beiträge über dem Mindestbeitrag, ist die Genehmigung einer Beitragsermäßigung möglich. Dazu bedarf es eines formlosen Antrags mit einer detaillierten Begründung, warum Ihr Arbeitseinkommen während der Corona-Pandemie entfällt. Geben Sie bitte auch den geschätzten zu erwartenden Gewinn für das aktuelle Jahr an. Sollte Ihnen bereits betriebswirtschaftliche Auswertungen, welche die Einbußen bestätigen, vorliegen, reichen Sie diese bitte ergänzend ein. Die Beiträge werden vorläufig und unter Vorbehalt des Steuerbescheides 2020 festgesetzt, eine Beitragsermäßigung unterhalb der Mindestbemessungsgrenze ist nicht möglich.

Die Regelung, dass die Abrechnung von Kinderuntersuchungen über die gesetzliche Krankenversicherung nur innerhalb einer gewissen Toleranzgrenze erfolgen kann, ist bis einschließlich 30.09.2020 außer Kraft gesetzt. Ausnahmen bilden die U1, U2, U3, U4 und U5, die aufgrund ihrer zeitlich engen Abfolge weiter wie bisher wahrgenommen werden müssen. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, ob diese zu einer speziellen Terminsprechstunde erfolgen können.

Derzeit finden bis auf Widerruf keine Mammographiescreenings statt. Sollten Sie bereits eine Einladung zum Screening erhalten haben, werden Sie über diesen Umstand nochmals gesondert informiert. Ihr Anspruch auf die Leistung bleibt auch dann erhalten, wenn Sie zwischenzeitlich das 70. Lebensjahr vollendet haben.

Um das Infektionsrisiko für Pflegebedürftige und Beratungspersonen zu minimieren und die Beratungspersonen zu entlasten, kann das Pflegegeld im Zeitraum vom 01.01.2020 bis zum 30.09.2020 bezogen werden, ohne dass ein Beratungseinsatz abgerufen werden muss. Auf Wunsch kann die Beratung bei Bedarf telefonisch erfolgen. Sanktionen wie die Kürzung oder Entziehung des Pflegegeldes erfolgen in dem genannten Zeitraum nicht.

Seit dem 20.04.2020 hat der MDK (Medizinische Dienst der Krankenversicherung) Sachsen-Anhalt eine Beratungshotline zu diesem Thema eingerichtet. Sowohl Pflegeeinrichtungen und deren Mitarbeiter als auch Pflegebedürftige sowie Ihre Pflegepersonen können sich an diese wenden.
Unter der Telefonnummer 0391 56613161 beantworten Ihnen erfahrene Fachkräfte immer montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr Ihre Fragen u.a. zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen, zum Umgang mit Verdachtsfällen sowie zu Maßnahmen der Isolation oder der Versorgungslage in den Alten- und Pflegeheimen. Alternativ können Sie diese auch per Mail an corona-pflege(at)mdk-san.de senden.  

Waren Sie im laufenden bzw. dem vorherigen Quartal bereits Patient in der entsprechenden Praxis, können Folgeverordnungen nun zunächst bis 30.06.2020 auch nach telefonischem Kontakt erstellt werden. Dies betrifft Verordnungen von Arznei- und Verbandsmitteln, Hilfsmitteln (Ausnahme: Seh- und Hörhilfen) sowie für Krankenbeförderung, Häusliche Krankenpflege und Heilmittel.
Zudem ist eine Verordnung von Arzneimitteln auch nach telefonischer Anamnese durch Ihren Arzt möglich (bis 31.05.2020), wenn Ihr Zustand aus der laufenden ärztlichen Behandlung bekannt ist.

Auch für den Erhalt von Überweisungsscheinen müssen Sie Ihren Arzt nicht aufsuchen, sofern Sie im laufenden oder vorherigen Quartal bereits dort vorstellig waren. Auch diese Sonderregelung ist befristet bis zum 30.06.2020.

Präventive Hilfsmittel wie Desinfektionsmittel, Mundschutz oder Einmalhandschuhe können nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Krankenkassen dürfen Hilfsmittel nur übernehmen, wenn sie zur Sicherung des Erfolges einer Krankenbehandlung, der Vorbeugung einer drohenden Behinderung oder zum Ausgleich einer Behinderung dienen. Dies trifft zum Schutz vor dem Coronavirus nicht zu.

Die bisherige Gültigkeitsfrist für Ihre Hilfs-/Heilmittelverordnungen von 28 Kalendertagen wird ab sofort ausgesetzt. Dies gilt vorerst bis zum 31.05.2020.
Falls Sie ein in der Arztpraxis bekannter Patient sind (d.h. Sie waren im laufenden oder im Vorquartal persönlich vorstellig), können Ihnen Folgeverordnungen von Hilfsmitteln (mit Ausnahme von Sehhilfen und Hörhilfen) bzw. von Heilmitteln nach telefonischem Kontakt ausgestellt werden. Diese Regelung gilt zunächst bis 30.06.2020.

In Sachsen-Anhalt dürfen bis auf weiteres keine Vorsorgekuren begonnen werden. Jedoch gelten in den Ländern verschiedene Regelungen. Erkundigen Sie sich bitte in der Einrichtung, in der die Kur geplant ist, welche Festlegungen im jeweiligen Bundesland getroffen wurden.

Auch der Beginn von Rehabilitationsmaßnahmen ist in Sachsen-Anhalt gegenwärtig ausgesetzt. Nur besonders dringende Leistungen dürfen durchgeführt werden. Laufende Maßnahmen, welche vor dem 19.03. begonnen wurden, können Sie regulär beenden. Bitte erkundigen Sie sich, welche Regelungen für das Bundesland gelten, in dem Ihre Rehabilitationsmaßnahme durchgeführt werden soll.

Anschlussrehabilitationen, Rehabilitationen bei Abhängigkeitserkrankungen sowie geriatrische und neurologische Rehabilitationen sind von dieser Festlegung ausgenommen und finden weiterhin statt.

Eine Verschiebung ist in der Regel möglich. Hierzu setzen Sie sich bitte mit der IKK gesund plus in Verbindung. Bei einer Verschiebung gilt es zu beachten, dass gesundheitliche und ggf. finanzielle Nachteile entstehen können, z.B. weil Rehabilitationspotenziale nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt ausgeschöpft werden können und/oder sich hierdurch der Zeitraum einer Arbeitsunfähigkeit verlängert.

Der Bewilligungszeitraum für Rehabilitationssport und Funktionstraining wurde verlängert. Sie können die Maßnahme im Anschluss wie gewohnt fortführen. Diese wird dabei um die entsprechende Ausfallzeit verlängert, unabhängig davon, welche Gründe für die nicht erfolgte Teilnahme vorlagen.

Sowohl das Vorgespräch als auch Beratungsgespräche in Schwangerschaft, Wochenbett und während der Stillzeit können per Telefon, Email oder sonstigem Kommunikationsmedium in Anspruch genommen werden. Dafür wurden von Seiten der gesetzlichen Krankenversicherung spezielle Regelungen mit den Hebammen getroffen, welche für die aktuelle Krisensituation gelten.

Die Teilnahme an einem Kurs zur Geburtsvorbereitung oder Rückbildung ist per Videotelefonie möglich. Für den Fall, dass Ihre betreuende Hebamme dies nicht anbietet, können Sie in der Hebammenliste des GKV-Spitzenverbandes nach dem Leistungsangebot "Kurse" suchen und die Hebammen per eMail anfragen, ob die Kurse in der Corona-Zeit auch per Videotelefonie angeboten werden. Eine Hebammensuche ist für dieses Angebot bundesweit möglich, regionale Begrenzungen bei Videokursangeboten sind nicht vorhanden.

Befristet bis zum 30.06.2020 können Sie psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Sitzungen der Psychotherapie als Videokonferenz in Anspruch nehmen. Zudem können psychotherapeutische Einzelbehandlungen (z.B. Kurzzeittherapie) regulär als Videokonferenz durchgeführt werden. Es müssen jedoch entsprechende technische Voraussetzungen erfüllt werden. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem behandelnden Therapeuten, ob er diese Leistung anbietet.

Ebenfalls zunächst bis zum 30.06.2020 befristet können Sie statt einer Gruppentherapie eine Einzeltherapie nutzen. Hierfür genügt eine formlose Mitteilung Ihres Therapeuten an die IKK gesund plus, eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Bitte stimmen Sie sich dazu mit Ihrem behandelnden Therapeuten ab.