Pressemeldungen 2018

Kassen tragen ab sofort Kosten für Schnelltest, um unnötige Antibiotika-Gaben zu vermeiden

Magdeburg. Zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Hausärzteverband in Sachsen-Anhalt sagen AOK und IKK gesund plus der zunehmenden Bedrohung durch Antibiotika-resistente Bakterien den Kampf an. Ab sofort vergüten die Kassen einen Schnelltest, mit dem der Arzt innerhalb weniger Minuten feststellen kann, ob eine Krankheit durch Viren oder Bakterien verursacht ist. Auf diese Weise wird der Arzt in seiner Diagnose- und Therapieentscheidung unterstützt und es kann verhindert werden, dass Patienten, die an einer Viruserkrankung leiden, unnötigerweise Antibiotika einnehmen.

Der Test ist damit ein echter Meilenstein bei der Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. Sein Vorteil ist gerade die Einfachheit: Untersucht wird die Konzentration von C-reaktivem Protein (CRP) im Blut des Patienten. Anders als bei einer Virusinfektion steigt dieses bei einer bakteriellen Ansteckung merklich an. Studien haben ergeben, dass bei Nutzung des CRP-Tests die Antibiotika-Verordnungen um 13 bis 24 Prozent zurückgegangen sind. Für Patienten hat der Test keinerlei Nebenwirkungen, und für Ärzte bedeutet er eine größere Diagnosesicherheit. Für ein verlässliches Ergebnis mit dem CRP-Schnelltest genügen hingegen einige Tropfen Blut und fünf Minuten Wartezeit.

Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung der IKK gesund plus, AOK Sachsen-Anhalt, Kassenärztlichen Vereinigung und des Hausärzteverband Sachsen-Anhalt e.V.

Der Startschuss ist gefallen! Der Magdeburger Zoo bringt ein gemeinsames Gesundheitsprojekt mit Unterstützung der Krankenkasse "IKK gesund plus" auf den Weg. In den kommenden zwei Jahren sollen vielfältige Initiativen und Programme anlaufen, um die Gesundheit der ca. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter intensiv sowie nachhaltig zu fördern.

Dr. Kai Perret, Geschäftsführer, hat den Vorschlag des Zoo-Betriebsrates angenommen, Maßnahmen zur Senkung des Krankenstandes seiner Mitarbeiter zu ergreifen. "Mit dem jetzt organisierten Gesundheitsprojekt soll das Wohlbefinden der Zoomitarbeiter verbessert werden", begründet er die Entscheidung.

Durch die verschiedenen Aufgabenbereiche im Zoo sind Tierpfleger, Handwerker, Gärtner, Zoologen sowie Büroangestellte verschiedensten Belastungen ausgesetzt. Die körperlich anstrengenden Aktivitäten im tiergärtnerischen Bereich sowie die vorwiegend sitzenden Tätigkeiten an Bildschirmarbeitsplätzen führen häufig zu Schulter- und Nackenbeschwerden, weil das Muskel-Skelett-System einseitig belastet wird. Wer körperlich schwer oder viel im Stehen arbeiten muss, kämpft nahezu zwangsläufig mit Ermüdungs- und Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparates. Hinzu kommen typische Stressbelastungen in den verschiedenen Tätigkeitsprofilen. Doch mit etwas Elan und gezielten Maßnahmen kann so manche ungeliebte Begleiterscheinung des Arbeitsalltages umgangen werden. Wie das geht, erfahren die Beschäftigten des Zoos Magdeburg in dem bis Dezember 2019 angelegten Gesundheitsprojekt. Gezielte Maßnahmen wie zum Beispiel die Prüfungen von Arbeitsplätzen, Gesundheitschecks, verschiedene Screenings sowie Gesundheitskurse und die richtige Ernährung sollen im Mittelpunkt des Präventiv-Projektes stehen.

Mit der Kooperation verfolgen die Akteure das Ziel, die Gesundheitsförderung innerhalb der Belegschaft aktiv zu stärken. Die Maßnahmen sollen ferner der Prävention und damit der Vermeidung von Krankenstand dienen. Um dies zu erreichen, wird eine Mitarbeiterbefragung zu gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz durchgeführt. Die IKK gesund plus verfolgt einen breiteren Ansatz in der Gesundheitsförderung und nimmt dabei Beschwerden ins Visier, bevor sie auftreten. Doreen Steinforth, Gesundheitsmanagerin der IKK gesund plus, stellt darüber hinaus auch das Thema Arbeitszufriedenheit in den Mittelpunkt. "Deshalb werden den Beschäftigten nicht nur Anregungen und Tipps zur Erhaltung ihrer Gesundheit vermittelt, sondern sie selbst sollen die Möglichkeit erhalten, aktiv am Arbeitsplatz mitzuwirken."

Pressemitteilung

Studie der Universitätsmedizin Halle (Saale) erfasst erstmals repräsentative Daten zur Kinder- und Jugendgesundheit in Sachsen-Anhalt

Seit vielen Jahren verantwortet Professor Dr. Matthias Richter den deutschen Befragungsteil der Studie "Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)", in der international und unter Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen untersucht werden. Neben dem bundesweiten Survey, der im vergangenen Befragungsturnus erstmals auch alle 16 Bundesländer umfasste, legt der Direktor des Instituts für Medizinische Soziologie der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in einem neuen, auf zwei Jahre angelegten Projekt nun den Fokus ausschließlich auf Sachsen-Anhalt. Die repräsentative Erhebung, die im Kontext der "Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) Studie" erfolgt, wird von der Krankenkasse IKK gesund plus mit knapp 105.000 Euro finanziell unterstützt.

"Für Sachsen-Anhalt sind bisher in dieser Form keine repräsentativen Daten vorhanden und im Rahmen der eigentlichen HBSC-Studie war die Ausführlichkeit, wie wir sie jetzt anstreben, nicht möglich", erklärt Prof. Richter. Insgesamt sollen zwischen 3.000 und 3.500 Kinder und Jugendliche im Alter von elf, 13 und 15 Jahren an rund 50 Schulen aller Schulformen im Land befragt werden. In Anlehnung an die bundesweite HBSC-Studie werden beispielsweise die subjektive und psychosoziale Gesundheit, das Gesundheitsverhalten, das heißt auch Rauchen, Medienkonsum und tägliche Bewegung, sowie Einflussfaktoren wie der soziale Kontext aus Familie, Schule und Freunden der Heranwachsenden erhoben. Besonderes Augenmerk liegt auf dem schulischen Kontext; es sollen ganze Schulklassen befragt werden.

Ab März werden die Schulen in Sachsen-Anhalt kontaktiert. "Im Sinne einer möglichst großen Stichprobe würden wir uns sehr freuen, wenn viele Schulen kooperieren. Die Befragung der Schülerinnen und Schüler erfolgt anonym", sagt Richter. Rückschlüsse auf einzelne Schüler und Klassen werden aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich sein. "Die Abbildung der Daten wird nach der Verteilung der Schulformen erfolgen. Um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben und Ergebnisse in Relation setzen zu können, steht aber jeweils der Landesdurchschnitt für die Schulformen zur Verfügung. Des Weiteren besteht dann zudem die Vergleichbarkeit innerhalb der Altersklassen", sagt Richter.

Die Ergebnisse werden eine Bandbreite gesundheitsrelevanter Indikatoren für das Wohlbefinden und die Bedingungen des möglichst gesunden Aufwachsens bieten. Sie sollen genutzt werden, um Ansatzpunkte für die Prävention und Gesundheitsförderung zu identifizieren.

Die IKK gesund plus, auf die Prof. Richter aktiv zugegangen war, finanziert das Projekt, denn die Krankenkasse hat im Sinne der frühzeitigen Prävention großes Interesse an den Studienergebnissen. "Mit der Jugendgesundheitsstudie haben wir das erste Mal in Sachsen-Anhalt die Möglichkeit, repräsentative Gesundheitsdaten für Kinder und Jugendliche international vergleichen und diese allen Präventionsakteuren in unserem Bundesland zur Verfügung stellen zu können. Die Ergebnisse bieten uns große Chancen, frühzeitig zielgerichtete Präventionsmaßnahmen gerade im Hinblick auf die Umsetzung des Präventionsgesetzes zu implementieren", erläutert Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus.

Für weitere Nachfragen steht Ihnen Prof. Dr. Matthias Richter unter Telefon 0345 557-1166 oder per E-Mail an: m.richter(at)medizin.uni-halle.de zur Verfügung. Hierhin können sich zudem auch Schulleitungen hinwenden, wenn sie weitere Informationen benötigen.

Weitere Informationen zum Kontext der Studie finden Sie unter www.hbsc.org oder www.hbsc-germany.de.

Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, des Universitätsklinikums Halle (Saale) und der IKK gesund plus.

Magdeburg. Patientinnen und Patienten mit seltenen Erkrankungen sollen in Sachsen-Anhalt künftig besser versorgt werden. Dieses Ziel hat ein Projekt, für das das Universitätsklinikum Magdeburg in Kooperation mit der IKK gesund plus und der Techniker Krankenkasse (TK) als Konsortialpartner Fördermittel in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro aus dem sogenannten Innovationsfonds nach Sachsen-Anhalt holen konnten. Dieser Fonds wird durch die Mitgliedsbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert und hat zwischen 2016 und 2019 ein Gesamtvolumen in Höhe von jährlich 300 Millionen Euro zur Förderung von Versorgungsinnovationen und Versorgungsforschung in Deutschland.

Partner des im Herbst 2018 startenden, und am Montag im Beisein von Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne vorgestellten, medizinischen Versorgungsangebotes "Duale Lotsenstruktur" sind neben dem Universitätsklinikum Magdeburg zehn über Deutschland verteilte und bereits sehr gut etablierte Zentren für Seltene Erkrankungen, darunter auch das Mitteldeutsche Kompetenznetz Seltene Erkrankungen (MKSE) mit Sitz in der Landeshauptstadt.

Die Abklärung von komplexen Beschwerdebildern an Zentren für Seltene Erkrankungen wird nach Mitteilung der Projektpartner sehr oft durch psychiatrisch-psychosomatische Erkrankungen behindert. Das heißt, die Patienten leiden gleichzeitig unter einer körperlichen und einer psychischen Erkrankung. Die Einordnung der Symptome wird somit häufig erschwert und verzögert eine adäquate Behandlung der Betroffenen.

In den beteiligten Zentren arbeiten daher künftig je ein somatischer und ein psychiatrisch-psychosomatischer Facharzt gemeinsam in einer Sprechstunde für Menschen mit unklaren Diagnosen zusammen. Die enge Verzahnung der Kompetenzen erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen richtigen Diagnosestellung und bildet somit die Grundlage für einen kürzeren Leidensweg der Betroffenen. Die neue interdisziplinäre Zusammenarbeit ergänzt die bisherige Arbeit an den Zentren und betrifft alle Stufen der Abklärung: von der Sichtung der Unterlagen bei Anmeldung über die Vorstellung in einer gemeinsamen Sprechstunde bis hin zur Organisation der Überführung in die weitere medizinische Versorgung. Ziel ist es nicht nur, die Zeit bis zur Diagnosestellung zu verkürzen, sondern auch insgesamt der Anteil an gesicherten Diagnosen zu erhöhen.

Zitate:
"Hilfe für Körper und Seele – darum geht es. Patienten mit seltenen Erkrankungen haben häufig eine Odyssee durch Arztpraxen hinter sich, bis endlich die richtige Diagnose gestellt wird. An den Kompetenzzentren kann dank der „Dualen Lotsenstruktur“ umfassend geholfen werden."
Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt

"Es gibt etwa 8.000 verschiedene Seltene Erkrankungen. Das heißt, dass laut Definition der Europäischen Union nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen an dieser Krankheitsform leiden. Die Vielzahl von möglichen Ursachen und teilweise sehr unspezifische Symptome führen dazu, dass die Diagnose häufig erst nach Jahren gestellt und inzwischen verfügbare, wirksame Therapien nicht oder verspätet angewandt werden. Das MKSE kann mit verschiedenen Angeboten Patienten und Hausärzten sowohl bei unklarer Diagnose als auch bei bekannter seltener Erkrankung Hilfestellung leisten."
Prof. Dr. med. Klaus Mohnike, Leiter des MKSE

Die beteiligten Krankenkassen sehen in der Kooperationsvereinbarung eine deutliche Verbesserung der Versorgungsstandards.
"Wir sind überzeugt, dass dieses Projekt dazu beiträgt, dass Menschen mit seltenen Erkrankungen schneller die für sie optimale Behandlung erhalten. Der hier angestrebte Weg geht weit über die bisherige Regelversorgung hinaus und erhöht die Versorgungsqualität entscheidend. Er hat das Potenzial, in die Regelleistung übernommen zu werden."
Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt

"Gesundheit ist ein wertvolles Gut. Oft lernt man sie erst dann wirklich schätzen, wenn sie bedroht ist. Wir können zwar viel für unsere Gesundheit tun, aber sie liegt nicht ausschließlich in unseren Händen. Schätzungen zufolge leiden etwa vier Millionen Menschen in Deutschland an einer nicht vorzubeugenden Seltenen Erkrankung. Für uns ist es daher wichtig, den Versicherten auch in solch schwierigen Situationen die bestmögliche Versorgung bieten zu können."
Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus

Vollständige Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung von IKK gesund plus, Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration, MKSE, Otto-von-Guericke-Universität und Techniker Krankenkasse.