Pressemeldungen 2020

Bad Kösen/Naumburg. Das Pilotprojekt "Innovation, Versorgungspartner, Patient" (IVP) der IKK gesund plus steht seit 2018 für eine effizientere und engmaschige Versorgungsstruktur für Patienten mit kardiologischen oder neurologischen Erkrankungen. "Unser Ziel ist es, Versorgungslücken in unserem Gesundheitssystem zu schließen. Wir möchten den Betroffenen ein medizinisches Netzwerk bieten, in dem die verschiedenen Leistungserbringer Hand in Hand arbeiten", erläutert Angela Witthuhn von der IKK gesund plus. Sie leitet das Projekt, zu dessen sektorenübergreifendem Netzwerk, neben zahlreichen anderen Partnern, mittlerweile 15 Krankenhäuser, 815 Hausärzte und 14 Reha-Kliniken gehören.
Eine davon ist die MEDIAN Saale Klinik Bad Kösen II in Naumburg. Dort durfte die IKK gesund plus mit Harro Zutz nun den 2000. Patienten zur Einschreibung im Projekt IVP begrüßen. "Als ich von dem Konzept erfahren habe, war ich sehr interessiert. Wer wünscht sich nicht die bestmögliche Versorgung bei gesundheitlichen Problemen? Ich freue mich, nun ein Teil des Projektes zu sein und fühle mich rundum gut betreut", berichtet Herr Zutz.
Auch sein behandelnder Arzt Dr. med. Reinhard Leicht, Chefarzt der Kardiologie, zeigt sich überzeugt. "In vielen Fällen fehlen Schnittstellen, die dafür sorgen, dass die medizinische Versorgung strukturiert und koordiniert abläuft – auch oder gerade wenn verschiedene Leistungserbringer daran beteiligt sind. Die Patienten im IVP profitieren von einer besseren Abstimmung und einer kontinuierlichen Behandlung", erläutert er die Vorteile für die Teilnehmer.
Dass die Bemühungen um das Wohl des Patienten nicht an der Kliniktür enden, bestärkt auch Dr. med. Carsten Clewing, Chefarzt der Neurologie. "Nach der Rehabilitation entlassen wir unsere Patienten ins häusliche Umfeld oder in eine Betreuungseinrichtung. Die Behandlung ist damit aber nicht beendet, sondern bedarf eines gut organisierten Übergangs. Dank der Patientenkoordinatoren verläuft dieser Prozess nun deutlich besser, Brüche im Behandlungsverlauf werden vermieden", lautet seine Einschätzung.
Aktuell werden acht Versicherte der IKK gesund plus, welche an "Innovation, Versorgungspartner, Patient" teilnehmen, in der MEDIAN Saale Klinik behandelt. Das Projekt selbst wird aus Mitteln des Innovationsfonds finanziert und ist zunächst bis Ende 2021 befristet.

Hintergrund:
Um die Qualität in der Versorgung von Patientinnen und Patienten in Sachsen-Anhalt zu verbessern, hat sich die IKK gesund plus mit dem Projekt "IKK IVP - Innovation, Versorgungspartner, Patient" erfolgreich um die Förderung durch den Innovationsfonds beworben. Damit ist es gelungen, Fördermittel in Millionenhöhe aus dem Innovationsfonds nach Sachsen-Anhalt zu holen. Gegenstand des Projektes ist die medizinische Versorgung von Patienten mit Schlaganfall, Herzinfarkt oder einer ähnlich schwerwiegenden Akuterkrankung. Ein sektorenübergreifendes Netzwerk übernimmt dabei die Verantwortung für die Behandlung und Betreuung von Patienten. Dieses Netzwerk im Rahmen des Projektes ist einmalig und kann richtungsweisende Impulse für eine Strukturveränderung geben.

Der Innovationsfonds ist ein gesundheitspolitisches Instrument zur Förderung von Versorgungsinnovationen und Versorgungsforschung in Deutschland. Mit dem Innovationsfonds werden deutschlandweit Projekte gefördert, welche die sektorale Aufteilung des Gesundheitswesens überwinden und über die bisherige Regelversorgung hinausgehen. Ziel des Innovationsfonds ist es, die Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung qualitativ weiterzuentwickeln. Das Projektbudget wird durch die Mitgliedsbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Im Innovationsfonds stehen insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung. Er wird über den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) verwaltet.

07.02.2020

Pressemitteilung
Pressefoto

(Pressefoto v.ln.r.: Frau Angela Witthuhn, Leiterin des IVP-Projektes der IKK gesund plus, Herr Dr. med. Reinhard Leicht, Chefarzt der Kardiologie, Patient Herr Harro Zutz, Frau Kerstin Budde-Große, Kaufmännische Leiterin der MEDIAN Kliniken, Herr Dr. Med. Carsten Clewing, Chefarzt der Neurologie, Patientenkoordinatorin Isabel Nickl)

Magdeburg. Gesunde, und motivierte MitarbeiterInnen sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Daher haben die Krankenkassen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 eine professionelle Anlaufstelle zur betrieblichen Gesundheitsförderung organisiert – die BGF-Koordinierungsstelle. Um die Beratung zu den Möglichkeiten der Gesundheitsförderung auch in Betrieben und Einrichtungen rund um das Thema Pflege zu erweitern wurde neben den bisherigen Partnern, Handwerkskammer Magdeburg und Handwerkskammer Halle, dem Allgemeinen Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e.V. nun eine weitere Kooperationsvereinbarung mit dem Paritätischen Sachsen-Anhalt geschlossen. Der Paritätische ist der größte Verband der freien Wohlfahrtspflege im Land, fördert das Gemeinwohl der Menschen und ist somit ein idealer Ansprechpartner wenn es um die Gesundheitsförderung im Bereich Pflege geht.

Die Belastungen in der Pflege steigen. Pflegekräfte sind hohen Anforderungen ausgesetzt. Gesunde Pflegekräfte sind aber eine wesentliche Voraussetzung für eine hohe Pflegequalität in allen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Verschiedene Untersuchungen zu den gesundheitlichen Beanspruchungen und Belastungen in der Kranken- und Altenpflege haben jedoch wiederholt ergeben, dass die Beschäftigten von durchschnittlich höheren gesundheitlichen Beanspruchungen betroffen und entsprechend deutlich häufiger auf Grund von somatischen aber auch und insbesondere psychischen Erkrankungen arbeitsunfähig sind. Eine professionelle Anlaufstelle zur betrieblichen Gesundheitsförderung ist daher für diese MitarbeiterInnen ein wichtiger Baustein für gesundheitliches Wohlempfinden.

Anja Naumann, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Sachsen-Anhalt, sieht in der Kooperation und der Beteiligung grundsätzlich Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die BGF-Koordinierungsstelle. "Der Bedarf in der Pflege ist groß! Systematisch angewandtes betriebliches Gesundheitsmanagement fördert die Gesundheit von Pflegekräften, sichert ihre Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Arbeitsbelastung und Sicherung der Pflegequalität."

Auch die Verbände der Krankenkassen in Sachsen-Anhalt sehen die Notwendigkeit und entsprechenden Handlungsbedarf zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen bei der betrieblichen Gesundheitsförderung. "Gerade hier ist die psychische und körperliche Belastung für die Beschäftigten enorm", so Uwe Schröder, Vorstand der derzeit federführenden Kasse IKK gesund plus. "Speziell für Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen wird der Mindestausgabewert erhöht. Damit erhält die betriebliche Gesundheitsförderung einen Schub, der mit gesunden, motivierten und zufriedenen Beschäftigten letztlich den Patientinnen und Patienten und den pflegebedürftigen Menschen zu Gute kommt. Wir sind daher froh, mit unserer Kooperation einen der wichtigsten Pflegeverbände für die BGF-Koordinierungsstelle Sachsen-Anhalt gewonnen zu haben."

Der Bekanntheitsgrad betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen in den Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und Altenpflege einerseits und die Unterstützung durch die Krankenkassen bei der Umsetzung andererseits soll durch die Partnerschaft deutlich verbessert werden. Künftig sollen u.a. gemeinsam mit dem Paritätischen Sachsen-Anhalt flankierende Informationsveranstaltungen für Betriebe angeboten werden, um den Einstieg in den Prozess zu erleichtern.

Pressemitteilung
Pressefoto (v.ln.r.: Herr Uwe Schröder und Frau Anja Naumann)

Gemeinsame Pressemitteilung der Verbände der Krankenkassen in Sachsen-Anhalt und des Paritätischen Sachsen-Anhalt