Selbstverteidigung
Besonnen handeln im richtigen Moment
Konflikte klärst du am besten, indem du über Streitigkeiten sprichst. Möglicherweise kommst du jedoch einmal in eine brenzlige Situation, in der schnelles Handeln gefragt ist. Selbstverteidigung kann dir helfen, dich zu schützen und durch ein starkes Selbstbewusstsein gar nicht erst zum Opfer zu werden.
Eins vorweg: Selbstverteidigung bedeutet nicht, auf andere mit Gewalt zu reagieren oder sich zu schlagen. Wird deine persönliche Grenze durch ein Gespräch oder Handlungen überschritten, solltest du dies zunächst mit Worten klären. Dabei ist es auch eine Form der Verteidigung, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen und dich aber trotzdem stark und selbstbewusst zu zeigen. Eine aufrechte Haltung und eine feste aber ruhige Stimme vermitteln deinem Gegenüber, dass du kein leichtes Opfer bist. Es kann jedoch zu Notsituationen kommen, in denen du nicht erst das Gespräch suchen kannst. Wenn dich jemand unvermittelt attackiert, dich körperlich bedrängt oder du dich in ernsthafter Gefahr befindest, wäre es von entscheidendem Vorteil, wenn du effektive Techniken zur Selbstverteidigung anwenden kannst!
Diese erlernst du am besten von einem fachkundigen Coach in einem Training deiner Wahl. Die Angebotspalette reicht von allgemeinen Selbstverteidigungskursen bis hin zu Kampfsportarten wie Karate, Taekwondo oder Ju-Jutsu. Unter "Wendo" versteht man Selbstbehauptungsprogramme speziell für Mädchen. Finde heraus, womit du dich wohlfühlst!
Dein zusätzlicher Gewinn: Das Vertrauen in deine eigene Stärke gibt deinem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Schub! Indem du eine Sportart zur Selbstverteidigung erlernst, bist du zudem regelmäßig aktiv und bleibst in Bewegung!
Sportarten im Überblick
Es gibt noch viel mehr Verteidigungssportarten! Hast du schon einmal etwas von Aikido oder Krav Maga gehört? Jede Technik hat ihre Besonderheiten. Wir stellen dir einige Arten der Selbstverteidigung vor.
Wie viele der ursprünglich ostasiatischen Techniken ist Aikido eine sogenannte Kampfkunst. Dabei greifst du nicht selbst an, sondern verteidigst dich lediglich. Dafür wird die Kraft des Gegners genutzt und zum Beispiel durch Würfe abgewehrt. Das Besondere: im Aikido werden keine Wettkämpfe ausgetragen, denn das harmonische Miteinander steht im Vordergrund!
Diese Kampfsportart, welche Ihren Ursprung in Japan hat, gilt als die weltweit verbreitetste. Ziel ist es, den Gegner durch Wurftechniken zu Fall zu bringen und durch Bodentechniken dort zu halten. Das bedeutet: Es erfolgt zwar ein Angriff, im Sinne der Judo-Lehre aber „auf dem sanften Weg“. Durch den Sport soll sich der Schüler, der so genannten Judoka, auch persönlich weitentwickeln. Respekt und Achtsamkeit gehören dazu.
Wer an Sport zur Selbstverteidigung denkt, dem fällt als erstes wohl Karate ein. Bei der chinesischen Kampfkunst arbeitest du mit Händen, Füßen, Armen und Beinen. Um im Wettkampf niemanden zu verletzen, werden die Tritte und Schläge vorher abgestoppt. Neben dem Kampf mit einem Gegner werden in der "Kata" richtige Karate-Choreografien gezeigt. Der Karateka (derjenige, der Karate ausübt) zeigt eine Abfolge verschiedener Techniken, ohne dass ihm jemand gegenübersteht. Übersetzt heißt Karate "leere Hand", was verdeutlicht, dass ohne Waffen gekämpft wird. Karate ist aber auch eine Lebenseinstellung: Der Karateschüler soll sich von negativen Gedanken lösen und angemessen handeln. Selbstbeherrschung ist hier das Zauberwort!
Effektive Selbstverteidigung lernst du beim Krav Maga. Die Technik, welche sich in Israel entwickelt hat, ist kein Wettkampfsport. Stattdessen trainierst du hier, wie du dich schnell und stark in realen Gefahrensituationen wehren kannst. Dabei stehen sowohl Abwehr als auch Gegenangriff im Fokus. Indem besonders empfindliche Punkte am Körper getroffen werden, können sich auch körperlich Unterlegene mit diesem Kampfsport behaupten. Dabei gilt immer das Notwehr-Prinzip: Deine Reaktion muss der Situation angemessen sein.
Die koreanische Kampfkunst setzt vielseitige Techniken ein und ist dem Karate sehr ähnlich. Die Bewegungen werden dabei aus der Hüfte ausgeführt, die sich immer zuerst bewegt. Hier kommen besonders viele Fußtechniken zum Einsatz, der Sport ist von Schnelligkeit geprägt. Du lernst beim Taekwondo also nicht nur Selbstverteidigung, sondern trainierst effektiv deine Fitness. Viele Vereine bieten diese und zahlreiche weitere Sportarten für Jugendliche an. Informiere dich bei Anbietern in deiner Nähe und nimm an einem ersten Schnuppertraining teil!