Nettolohnoptimierung

Arbeitsentgelt steuer- und beitragsfrei: ja/nein?

So genannte Nettolohnoptimierungsmodelle sind schon länger sehr beliebt und liegen damit voll im Trend. Mit dem Ziel, steuer- und sozialversicherungspflichtige Entgeltbestandteile (und damit in aller Regel beitragspflichtiges Arbeitsentgelt) in steuerfreie oder pauschal besteuerte Vergütungsbestandteile (die nicht der Beitragspflicht zur Sozialversicherung unterliegen) umzuwandeln, soll die Abgabenlast insgesamt verringert werden. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Modelle und Gestaltungsmöglichkeiten kreiert, die eines zum Ziel hatten: die Beschäftigten für gute Leistungen zu belohnen, die Motivation zu erhöhen und die immer dringend benötigten Fachkräfte an die Unternehmen zu binden.
Dabei ist zu beachten, dass die Leistungen des Arbeitgebers "zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" erbracht werden, um die steuerlichen Befreiungs- und Pauschalierungsmöglichkeiten nutzen zu können. Diesbezüglich gelangten Finanzgerichte, Bundesfinanzhof und Finanzbehörden in ihren Entscheidungen häufiger zu unterschiedlichen Auffassungen und Urteilen. Durch eine Änderung des § 8 Abs. 4 EStG wird im Jahressteuergesetz 2020 die "Zusätzlichkeit" im Sinne des Steuerrechts nunmehr gesetzlich geregelt und klargestellt.

Danach sind "echte" Zusatzleistungen des Arbeitgebers nur steuerbegünstigt, wenn

  • die Leistung nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet,
  • der Anspruch auf Arbeitslohn nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt,
  • die verwendungs- oder zweckgebundene Leistung nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung des Arbeitslohns gewährt und
  • bei Wegfall der Leistung der Arbeitslohn nicht erhöht wird.

Die neue Regelung gilt für nach dem 31. Dezember 2019 endende Lohnzahlungszeiträume bzw. zugewendete sonstige Bezüge, unabhängig davon, ob der Arbeitslohn tarifgebunden ist.

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